Ein Leitfaden für solide Solarstrom-Erträge in Zeiten des Klimawandels

Copyright bei Ökologische Solarreinigung, Autor: Michael Mattstedt. Die Verwendung und Verbreitung, auch auszugsweise, ist nur mit Quellenangabe gestattet, keine gewerbliche Nutzung.

Die Photovoltaikbranche ist noch sehr jung. Ich kann mich an eine Nachrichtenmeldung Ende der 70er Jahre erinnern, dass es einer japanischen Forschergruppe erstmals gelungen ist Photovoltaikzellen mit einem wirtschaftlich verwertbaren Wirkungsgrad herzustellen. Damals prognostizierte man noch, dass es mehrere Jahrzehnte dauern würde, bis eine Massenproduktion technisch möglich sein wird. In den 80ern erstarkte in Deutschland die Umweltbewegung, die Grünen kamen erstmals in den Bundestag. Als daraufhin 1990 das 1.000-Dächerprogramm zur Förderung von Photovoltaikanlagen aufgelegt wurde, dauerte es jedoch noch einmal mehr als 10 Jahre bis die Photovoltaik als ernsthafte Technologie zur dezentralen Erzeugung von Strom seine Verbreitung fand. Bis heute befinden wir uns noch immer in einem Feldversuch und machen viele unterschiedlichste Erfahrungen mit dem langjährigen Betrieb von Photovoltaikanlagen.

In den Jahren ab 1999 begann „die Ökologische Solarreinigung“ eine effektive und schadensfreie Reinigung von Photovoltaikmodulen zu entwickeln. In den darauffolgenden Jahren sind wir mit den Veränderungen der alternden PV Anlagen an den unterschiedlichsten Standorten gewachsen. Wir haben viele sehr erfolgreiche Photovoltaik-Projekte kennengelernt, desaströse PV Anlagen und die ganze Bandbreite dazwischen.

Rückblickend lassen sich für jeden Photovoltaik Eigentümer ganz einfache Prinzipien zusammenfassen, die Ihnen einen anhaltend erfolgreichen PV Betrieb gewährleisten.

Die 6 goldenen Regeln für Photovoltaikbetreiber:

  • 1. Das Photovoltaikprojekt richtig einschätzen, kalkulieren und eine Standortanalyse durchführen.
  • 2. Hochwertige Produkte einkaufen und vom erfahrenen Fachbetrieb installieren lassen.
  • 3. Erträge regelmäßig kontrollieren und die PV Anlage auf Sicht kontrollieren .
  • 4. VDE Prüfung, Service und Instandhaltung durchführen lassen.
  • 5. Durch einen erfahrenen Fachbetrieb rechtzeitig und bedarfsgerecht reinigen lassen .
  • 6. Ein PV Betreiber ist offen für neue Technologien, Vermarktungsmodelle und Geschäftsideen.
Zielrichtung der Photovoltaik am Standort prüfen inkl. einer Standortanalyse

1. goldene Regel:
Definieren Sie Ihre persönlichen Ziele, wofür die Photovoltaikanlage gebaut werden soll. Die Absicht mit einer auf Sommererträge maximierten Südanlage möglichst viel Profit zu machen ist nicht mehr generell die beste Wahl.

In der Kalkulation sollte immer ein Budget für technischen Service, Reparatur und Reinigung Berücksichtigung finden.

Planen Sie eine PV Anlage, die eine Erweiterung für Stromspeicher, Wärmepumpe, Elektromobilität, Stromautarkie und heute noch unbekannte Entwicklungen zulässt. Ein Teil des monetären Gewinns sollte in die Investition der Zukunftsfähigkeit Ihrer PV Anlage fliessen. Lassen Sie auch eine Standortanalyse durchführen, die eine Bewertung des Schmutzeintrags beinhaltet.

Überlassen Sie die Installation einem erfahrenen, auf die Photovoltaik spezialisierten Fachbetrieb

2. goldene Regel:
Kaufen Sie ausschließlich Produkte von namhaften, langjährigen Herstellern, die Ihnen eine uneingeschränkte Produktgarantie von mindestens 10 Jahren gewähren. Einige Produktmängel können sich erfahrungsgemäß erst nach einigen Jahren Laufzeit zeigen. Überlassen Sie die Installation einem erfahrenen, auf die Photovoltaik spezialisierten Fachbetrieb, der selbst aus den Höhen und Tiefen der vergangenen Jahre und aus seinen eigenen Fehlern gelernt hat.

Beim Bau eines Hauses erörtert der/die BauherrIn gemeinsam mit dem Architekten die Umsetzung des Lebenstraums. Erörtern Sie mit dem Elektrofachbetrieb Ihre Pläne für die PV Anlage gemäß „goldener Regel Nr. 1“. Entsprechend erfolgt auch die Konzeption bzgl. Neigung und Ausrichtung unter Berücksichtigung der bauseits vorhandenen Rahmenbedingungen.

Alle Ertragsdaten können so ausgewertet und mit einer Referenz abgeglichen werden.

3. goldene Regel:
Ist Ihre PV Anlage erfolgreich am Netz, müssen Funktion der Anlage und Stromerträge regelmäßig kontrolliert werden. Lohnt sich kein technisch gestütztes Monitoring, werden bei kleineren PVs täglich die Wechselrichter kontrolliert und monatlich die Erträge am Zähler erfasst. Alle Ertragsdaten können so ausgewertet und mit einer Referenz abgeglichen werden.

Mindestens einmal pro Jahr muss die PV Anlage eingehend auf Sicht geprüft werden:
Prüfen Sie das Gesamterscheinungsbild und den Verschmutzungsgrad. Werfen Sie einen Blick unter die Anlage: wie ist der Zustand der Kabel? Gibt es Nagerschäden? Haben Sie ein Taubennest darunter? Hat sich Laub unter der Anlage angesammelt?

Danach ist die Oberseite der Module dran und lassen Sie sich dabei möglichst Zeit: gibt es einen Glasbruch? Finden sich Auffälligkeiten, die nicht einheitlich auf allen Modulen an derselben Stelle zu finden sind? Das können Farbabweichungen sein, eine Blasenbildung oder geometrische Muster die nicht original auf einem neuen Modul zu finden sind. So erkennen Sie auch als Laie Hotspots, Browning, Mikrorisse und Delaminationen.

Prüfen Sie auch die Einheitlichkeit der Modulrahmen. Sind diese gerade und liegen sie in der Flucht? Zuletzt lohnt auch ein Blick auf die Dachhaut, um ein Wachstum von Flechten und Moos auszuschließen. Breitet sich die Flechte auf dem Dachziegel aus, ist es nur eine Frage der Zeit bis sie auch Ihre Photovoltaikmodule besiedeln wird.

Gemäß VDE 0126-23 muss die Prüfung durch einen Elektrofachbetrieb nachgewiesen werden.

4. goldene Regel:
Gemäß „VDE 0105-100 und VDE 0126-23“ müssen PV Anlagen einer wiederkehrenden technischen Prüfung unterzogen werden. Das ist nichts Neues und in jedem landwirtschaftlichen oder Gewerbebetrieb eine selbstverständliche Routine.

Vielen PV Betreibern ist ihre Verpflichtung nicht bewußt und sie setzen sich einer unkalkulierbaren Haftungsfalle aus. Kann im Schadensfall die Prüfung durch einen Elektrofachbetrieb nicht nachgewiesen werden, riskieren Sie Ihren Versicherungsschutz bis zur Gebäudebrandversicherung.

Jeder Betreiber einer Anlage zur Energieerzeugung ist alleinig dafür verantwortlich, dass diese einwandfrei funktioniert, dem Stand der Technik entspricht und keine Gefahren davon ausgehen. Mit erfolgreicher VDE-Prüfung sind Sie dieser Verpflichtung nachgekommen.

Am wichtigsten ist es die PV Anlage rechtzeitig reinigen zu lassen.

5. goldene Regel:
Es gibt viele verschiedene Methoden eine Photovoltaikanlage zu reinigen. Wir machen kein Hehl daraus, dass wir Rotationsbürsten und vollentsalztes Wasser als schadenskritische Hilfsmittel bewerten.

In letzter Konsequenz ist jedoch das wichtigste, dass Sie Ihre PV Anlage überhaupt – und zwar „rechtzeitig reinigen lassen“. Suchen Sie sich, genauso wie bei Ihrem technischen Partner, einen Fachbetrieb der über langjährige Erfahrung verfügt und Ihnen im Gespräch fachkompetent erscheint.

Reinigen Sie Ihre Photovoltaikmodule bitte NICHT selbst. Wir haben in all den Jahren bereits viele selbst-gereinigte Anlagen erlebt und dabei sehr viele Schäden, die ausschließlich aufgrund unfachmännischer Reinigung entstanden sind.

Jede erneuerbare Energiequelle ist ein wichtiger Beitrag für die Energiewende, für eine gesundende Ökologie und für das Überleben zukünftiger Generationen.

6. goldene Regel:
In der Unternehmensberatung gibt es den mittlerweile ausgetretenen Spruch: „wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit“. Jeder PV Betreiber ist eigentlich ein Energiewirt. Wenn Sie dauerhaft mit Ihrer PV Anlage wirtschaftlich erfolgreich sein möchten, oder ökologisch einen deutlichen Mehrwert erzielen wollen, seien Sie einfach wach für neue Technologien, Nutzungsmöglichkeiten und Vermarktungsmodelle.

Auch für ältere Bestandsanlagen gibt es tolle Geschäftsideen, die jeden PV Eigentümer befähigen eine tragende Säule für den Wandel im Bereich Energie und Mobilität zu sein. Jede gut funktionierende, dezentrale Energiequelle ist ein wichtiger Beitrag für die sogenannte Energiewende, für eine gesundende Ökologie und für das Überleben zukünftiger Generationen.

Für Ihre Fragen bin ich jederzeit gerne „telefonisch und per E-Mail“ für Sie da.