Geflügelhaltung gefährdet die Photovoltaik-Gewinne

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Expertentipps zur Abwehr von Stromverlust und Modulschäden

Bäuerliche Betriebe sind verschmutzungsintensive Photovoltaikstandorte. In der Tierhaltung weit mehr, als im Gemüsebau. Die Geflügelhaltung nimmt hier eine Sonderstellung ein.

Die Solarreinigung trifft keine Unterscheidung zwischen Legehennen- und Mastbetriebe, biologisch oder konventionell wirtschaftend. Geflügelbetriebe sind aufgrund ihrer Emissionslage generell risikoreiche Standorte für PV Ertragsverluste und Modulschäden.

Verursacher sind Futtermittelstäube, die Abluft aus dem Stall und die Sporen von Flechten, Moosen und Pilzen.
Möchte man Ertragsverluste und Modulschäden vermeiden, macht es Sinn den Schmutzeintrag zu reduzieren und die Photovoltaikanlagen tournusgemäß rechtzeitig zu reinigen.

1. Maßnahmen zur Verminderung von Stromverlusten

Bauseits hat man durchaus Möglichkeiten die Verschmutzung durch Tierhaltung signifikant zu reduzieren.

1. Futtermittelsilos abdichten oder räumlich entfernen.
Undichte Futtermittelsilos - besonders in Windrichtung zur PV Anlage - verschmutzen die Module beim Befüllen und im laufenden Betrieb mit klebrigen Stäuben.

Die regionale Luftverschmutzung vermischt sich über den Windeintrag mit den betriebseigenen Stäuben. So kommt es zu einer verstärkten, schnell haftenden Verschmutzung der Solargläser.

Wegen der Staubentwicklung beim Nachfüllen bekommt der Standort der Silos eine besonderes Bedeutung. Die Positionierung der Silos sollte nach Möglichkeit abseits der PV Anlage und aus der Windrichtung sein. Ergreifen Sie technische Maßnahmen zur Abdichtung der Silos und des Rohrleitungssystems.

2. Lüftungsmanagement optimieren.
Für ein optimales Stallklima gibt es unterschiedliche Techniken des Lüftungsmanagements. Die Abluft aus dem Stallbereich enthält neben den Ausdünstungen der Tiere, den Ammoniak der Exkremente, hochfeine Partikel klebriger Futtermittel und des Einstreus.<7p>

Werden die Verschmutzungen über Lüftungskamine am First aufs Dach geblasen, verschmutzen die Photovoltaik Module besonders schnell. In der warmen Jahreszeit laufen die Ventilatoren auf Hochtouren und verteilen die verschmutzte Stallluft über weite Bereiche der Photovoltaikanlage

Herrscht am Standort überwiegend Westwind vor, kann der Landwirt über eine horizontale Entlüftung nach Osten hin den Großteil der Stallluft ohne Verschmutzung der PV Anlage nach draußen ableiten.

3. Tournusgemäß und rechtzeitig PV Anlage reinigen.
Die Stromverluste durch Verschmutzung der PV Anlage sind auf einem "Hühnerstall" stark erhöht, wenngleich nicht so "dramatisch" wie auf dem Rinderstall. Je nach Schmutzeintrag ist eine Photovoltaik Reinigung für den Geflügelhalter alle 1-2 Jahre wirtschaftlich sinnvoll. Die Hauptproblematik für Photovoltaikanlagen an Standorten der Geflügel- und Schweinehaltung ist das Wachstum von Algen, Pilzen, Flechten und Moosen auf dem Modulen. Die hohe Dichte an organischen Stäuben in der Luft fördert ein extremes Wachstum der Pflanzen.

Die Pflanzenansiedlungen spezialisieren sich sehr schnell auf das neue Biotop Photovoltaik. Um bestehen zu können, wird in jede Ritze gekrochen, besonders die Rahmenschlitze der Module bieten Platz und guten Halt. Die Modulmaterialien Glas, Metall und Kunststoffe ergänzen den Speiseplan der Pionierpflanzen. Nach ein paar Jahren entsteht eine verschmutzungsbedingte Materialdegradation der Module.

Standortgerecht sollte der Geflügelbauer deshalb auch aus Gründen der Schadensprävention alle 1-2 Jahre fachmännisch reinigen lassen.

2. Modulschäden rechtzeitig abwehren

In der Geflügel- und Schweinehaltung kann der Betrieb einer Photovoltaikanlage bei entsprechender Wartung und Pflege genauso gewinnbringend sein, wie an jedem anderen Standort auch. Vorausgesetzt es gelingt die verschmutzungsbedingten Schadensrisiken zu minimieren.

Der hohe organische Eintrag feinster Futterstäube aus der Luft ist neben dem Ammoniak Kraftnahrung für Flechten. Die winzigen Sporen dieser Überlebenskünstler setzen sich anfangs im Schlitz zwischen Glas und Modulrahmen ab. Dort sind sie geschützt, wachsen und verankern sich tief im Rahmenschlitz. Ihre feinen Wurzeln dringen bis in die Eindichtung vor. Der PV Anlagenbetreiber bemerkt die Flechte erst dann, wenn sie bereits fortgeschritten entwickelt ist.

Vielfach wird das Wachstum von Flechten und Moos als unschöne, rein optische Angelegenheit gesehen. Die Gefahr von Schäden am Modul, über Isolationsfehler bis zum Totalausfall der Photovoltaikanlage wird noch immer unterschätzt.

Energiewirte im Geflügelbereich müssen daher vor allem die Risiken für Modulschäden durch das Wachstum von Flechten, Pilzen und Moosen rechtzeitig abwehren. Hier liegt die größte Priorität einer fachmännischen PV Reinigung in der Geflügelhaltung.

Der starke Bewuchs durch Flechten und Moose kann unterschiedliche Schäden am Photovoltaik Modul verursachen: Aufbiegung und Verwindung der Modulrahmen, Glasbruch durch Spannungsdrücke und Delamination des stromerzeugenden Wafers.

Im weiteren Verlauf breiten sich die Flechten über das blanke Glas aus. Ihre feinen Hyphen wurzeln in die obersten Glasschichten hinein und entziehen dem Material Bestandteile. In der Forschung hat man die Demineralisierung des Solarglases durch pflanzlichen Bewuchs wissenschaftlich belegt. .

Anlageneigentümer und Solarreiniger müssen zur Kenntnis nehmen, dass eine reale Durchdringung der Materialoberflächen durch Flechtenbewuchs stattfindet. Ein Materialschaden im Mikrobereich ist dann bereits vollzogen. Das Abraspeln von Pflanzenbewuchs mit Rotationsbürste oder das Entfernen mit Reinigungschemie verstärkt die Materialdegradation und den Materialschaden.

3. Die fachmännische Solarreinigung

Eine fachmännische PV Reinigung darf sich keineswegs auf die Modulgläser reduzieren. Das wichtigste ist die Reinigung der Modul-Rahmenschlitze. In der Geflügel- und Schweinehaltung werden aufgrund der Flechtenproblematik erhöhte Anforderungen an eine professionelle Solarreinigung gestellt.

1. Rahmenschlitze reinigen
Die Königsklasse einer fachmännischen Photovoltaik Reinigung ist das Freischwemmen der Rahmenschlitze von pflanzlichem Bewuchs. Hier wird der optisch sichtbare Pflanzenbewuchs keineswegs mit einer Rotationsbürste abgeraspelt. Im Rahmen verbleibendes, lebensfähiges Material könnte mit dieser Methode sogar zum verstärkten Wachstum angeregt werden. .

"Freischwemmen" bedeutet, die Rahmenschlitze mit einem drucklosen Wasserstrom von maximal 0,5 Bar bis an die Eindichtung von pflanzlichem Bewuchs zu befreien. Nur so kann man das schleichende Risiko von Modulschäden durch Moose und Flechten dauerhaft, nachhaltig und ohne Bearbeitungsschäden beseitigen.

Je nach Zustand und Befallsstärke der Rahmenschlitze kann eine Reinigungswiederholung nach 1-2 Jahren erforderlich sein. So werden tief in den Rahmen verbliebene Pflanzenreste nachhaltig entfernt.

2. Frontglas reinigen
Bei abnormer Besiedlung der Modulgläser darf in einer fachmännischen Solareinigung aufgrund der Materialdegradation keine Rotationsbürste eingesetzt werden. Werden Flechten mit der rotierenden Bürste von der Moduloberfläche abgeraspelt, kommt es zu weiteren Mikroverletzungen des Glases.

Aufrauhung und Mikroverletzungen führen zu einer immer stärkeren Nachverschmutzung und Entwertung der Modulgläser. .

In der fachmännischen PV Reinigung werden die Flechten unter mehrfachem Einweichen abgelöst. Bei Extrembefall dürfen Überbleibsel der braunen, napfartigen Fußsockel auf dem Modulglas verbleiben. Diese lösen sich innerhalb weniger Monate von alleine auf. Allerletzte abgestorbene Reste lassen sich auch bei einer späteren Folgereinigung einfach und schadensfrei entfernen. .

Fazit:

Photovoltaikanlagen in der Landwirtschaft sollten vom Betreiber als extensiver, eigenständiger Wirtschaftszweig gesehen werden, der einer gewissen Aufmerksamkeit bedarf. Vielleicht vergleichbar mit der Jungviehhaltung auf der Weide.

Neben der regelmäßigen Sichtprüfung durch den Eigentümer gehören die technische Wartung gemäß VDE-Richtlinie (E-Check) und eine tournusgemäße, fachmännische Photovoltaik Reinigung zum festen Repertoir des erfolgreichen Energiewirtes.

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Wir beraten Sie gerne: Tel. 08141 - 889 5 887

Bäuerliche Betriebe sind verschmutzungsintensive Photovoltaikstandorte. In der Tierhaltung weit mehr, als im Gemüsebau. Die Geflügelhaltung nimmt hier eine Sonderstellung ein.

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