Das Angebot für die Reinigung von Photovoltaikanlagen ist für den Anlageneigentümer undurchschaubar geworden. Die Werbeaussagen der Solarreiniger sind identisch und austauschbar, weil viele Unternehmer die Internetseiten des Mitbewerbs schlicht kopieren. Dennoch unterscheiden sich die Reinigungsangebote inhaltlich sehr stark. Solaranlagen werden mit und ohne rotierende Bürsten, mit unterschiedlichsten Reinigungsrobotern, demineralisiertem Wasser, Osmosewasser, Reinwasser und sogenannten Bioreinigern bearbeitet.

In anderen Artikeln dieser Rubrik haben wir bereits zu diesen Themen Stellung genommen. In der Übersicht dieser Rubrik Fachartikel-Referenzen können Sie in die Suchmaske ganz einfach Ihre Stichworte eingeben: Biogasanlage, Flechten, Taubenkot, Schweinestall etc. So können Sie Berichte und Interessantes zur Reinigung von Solaranlagen aufrufen. Hier finden Sie bestimmt auch Fallbeispiele, die vergleichbar sind mit mit Ihrer eigenen Photovoltaikanlage.

An dieser Stelle möchte ich ein Thema aufgreifen, das generell noch sehr wenig Beachtung findet: Mikrorisse, Microcracks und Unterbrechungen im Siliziumwafer, welche die Stromproduktion der Solarzelle beeinträchtigen kann. Microcracks sind feine Risse in der stromerzeugenden Zelle, die mit dem bloßen Auge nicht erkennbar sind. Im Anfangsstadium wird die Zelle noch von der Rückseitenkaschierung zusammengehalten. Im Laufe der Zeit können sich die Risse durch die Modultemperatur, Wind- und Schneelast ausdehnen. Breiten sich die Risse aus, entstehen in der Zelle elektrisch inaktive Bereiche. Dies alles ist mit dem Auge noch nicht wahrnehmbar. Einzig die Elektrolumineszenzmessung kann diese Schadensbilder sichtbar machen.

Microrisse können bei der Herstellung, auf dem Transportweg, bei der Montage und bei Servicearbeiten entstehen. Microrisse können beispielsweise auch entstehen, wenn auf den Modulrahmen gelaufen wird, bei der Vibration des Dachstuhls durch Maschinen, bei Hagelschlag und Vibration durch maschinelle Reinigung. Häufig brechen "stille Cracks" durch diese unsachgemäße Behandlung auf. Dadurch wird weitere Rissbildung initiiert. Manche PV-Module sind empfindlicher, als andere.

Völliger Verzicht auf riskante Reinigungsgeräte
Aus diesen Grund werden in der Ökologischen Solarreinigung Photovoltaikmodule grundsätzlich nicht betreten. Aus diesem Grund arbeiten wir generell mit handgeführten Bürsten und verzichten auf den Einsatz von automatisierten Reinigungssystemen. Jegliches Reinigungsequipment mit erhöhten Schadensrisiken, wie maschinelle Reinigung, schwere Reinigungsgeräte, rotierende Bürsten und Hochgeschwindigkeitsbürsten werden in der Ökologischen Solarreinigung gemäß Leitfaden Solarreinigung-Richtlinien nicht verwendet.

Stark verschmutzte Photovoltaikanlagen brauchen darüberhinaus eine noch schonendere Reinigungsmethode, als üblich. Im vorliegenden Fallbeispiel sind 3 PV-Anlagen auf hintereinander gelegenen Dachflächen montiert. Hier entsteht bauseits eine Abschattung der Windbewegung. Dadurch kann die Stallluft nicht ausreichend transportiert werden und legt sich verstärkt auf die PV-Module nieder. Schweineställe gehören zu den stark emissionsreichen Standorten. In der starken Verschmutzung sind Umgebungsstäube gebunden. Deshalb muss bei der Reinigung die Auflagerung zuerst unter gutem Einweichen gelöst werden, um Verkratzungsrisiken gegen Null zu reduzieren.

Bei dieser Photovoltaikanlage wurde bisher von einem anderen Solarreiniger nur das Glas gereinigt. Dadurch hat sich in den Modulrahmen ein starkes Wachstum von Flechten und Moosen ungestört entwickeln können. Das Freischwemmen der Moose und Flechten ist essentiell für den Werterhalt der Photovoltaikmodule. Die Reinigung von Pflanzenwachstum ist auch aktive Schadensprävention. Ein mechanisches Herausraspeln kann das Wachstum sogar noch anregen.
In der unteren Bildreihe sehen Sie auf den beiden rechten Fotos ein PV-Modul mit Glasschaden unbekannter Ursache. Aufgrund der erheblichen Verschmutzung konnte der Minderertrag beim Online-Monitoring nicht festgestellt werden. Wir finden häufig defekte Module, die auch bei wesentlich geringerer Verschmutzung nicht aufgefallen sind. Das ist der Grund warum wir jedem Anlageneigentümer die regelmäßige Sichtprüfung, zumindest 1x jährlich empfehlen.

In der Ökologischen Solarreinigung ist eine eingehende Sichtprüfung fester Bestandteil der Reinigungsarbeiten. Die Photovoltaikanlage konnte mit sehr guten Ergebnissen gereinigt werden. Die Ökologische Solarreinigung ist gleichzeitig auch eine Solarpflege. Durch den Verzicht auf riskante Reinigungsmethoden und die Verwendung von Solarbutzwasser kann die natürliche und standortbedingte Degradation des Solarglases nebst Eindichtung reduziert werden.
Solarreinigung hat 4,91 von 5 Sterne | 186 Bewertungen auf ProvenExpert.com