Auf Standorten der Industrie, des produzierenden Gewerbes bzw. generell im Gewerbegebiet haben sich häufig außergewöhnliche Emissionen auf den Photovoltaik Modulen aufgelagert. Diese erhöhte Immissionsdichte von chemisch-reaktiven Verschmutzungen kann bei langjähriger Einwirkung selbstverständlich eine beschleunigte Degradation der Modulmaterialien bewirken. Diese außerordentlichen Verschmutzungen verführen manchen Berufskollegen zu "harten Maßnahmen", beispielsweise den Einsatz von rotierenden Reinigungssystemen, Hochdruckreinigern und wirkstoffreichen Reinigungsmitteln.

Der Einsatz solcher Methoden nimmt generell in der Reinigungsbranche zu, weil es einfacher erscheint den Schmutz zu entfernen. Die materialschädigende Wirkung und die rasche Wiederanschmutzung wird jedoch außer Acht gelassen. Basisinformationen zu diesem Themenbereich finden Sie in unserer Rubrik Fragen und Antworten (faq). Besondere Aufmerksamkeit möchte ich in diesem Zusammenhang trotzdem noch einmal auf die Reinigungsmittel legen.

Die meisten Reinigungsmittel am Markt haben Inhaltsstoffe. In der Regel werden Säuren, Laugen, Tenside, Enzyme etc. verwendet. Die Reinigung von Photovoltaikanlagen findet immer im Aussenbereich statt. Fraglich ist beispielsweise, ob "nach der guten Laborpraxis" biologisch abbaubare Reiniger hier verwendet werden dürfen. Viele Dachrinnen sind nicht an die Kanalisation angeschlossen. Freiflächenanlagen betrifft die Thematik natürlich ebenso. Darüberhinaus werden die Gläser eines PV-Moduls im Sommerbetrieb heiß. Das Reinigungsmittel trocknet also auf der Glasoberfläche fest und brennt in die äußere Glasschicht ein. Es würde dann auch nichts nützen bis zum nächsten Regenschauer abzuwarten.

Besondere Photovoltaik Standorte: Gewerbebetrieb, Industrie und Landwirtschaft

Aus der Erfahrung von Reinigungsarbeiten bei Sonderverschmutzung möchte ich auch zu bedenken geben, dass diese Reinigungsmittel produziert wurden, um Verschmutzungsketten zu lösen bzw. zu brechen. Je nach Situation nimmt man hier ggfs. auch eine materialschädigende Wirkung in Kauf.

Insbesondere auf Standorten des produzierenden Gewerbes, der Industrie und teilweise der Landwirtschaft hat man durch die Langzeiteinwirkung von chemisch-reaktiver Verschmutzung bereits eine fortgeschrittene Degradation am Photovoltaik Modul. Tritt hier durch das Reinigungsmittel eine erneute, zusätzliche chemische Reaktion ein, können tatsächlich auch durch eine vergleichsweise "harmlose Reinigungschemikalie" Schadensfälle provoziert werden. Diese Thematik betrifft auch die Verwendung von VE-Wasser, auch bekannt unter den Begriffen entmineralisiertes Wasser, demineralisiertes Wasser, Osmosewasser, deionisiertes Wasser etc.
Im aktuellen Fallbeispiel haben wir die jahrelange Einwirkung unterschiedlichster sehr schwer einzuschätzender Verschmutzungen. Der Standort befindet sich in einem Gewerbegebiet mit Industriebetrieben. Die PV-Module sind hartnäckig verschmutzt mit starker Moos- und Flechtenbildung. Leider haben wir im unteren Modulrand durch das langjährige Aufstauen der Verschmutzungen bereits eine deutliche Dunkelfärbung des Glases. Der beteiligte Elektrofachbetrieb wird mögliche Verluste im Rahmen der VDE-Prüfung im Anschluß an die Reinigung klären.

Die Reinigungsergebnisse sind hervorragend - auch die Flechten und Moose wurden sehr schön aus den Rahmen gelöst.
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