Um es vorwegzunehmen: man kann nicht vom optischen Eindruck der Verschmutzung auf mögliche Ertragsverluste schließen. Nicht alles, was fürs Auge schlimm aussieht, ist auch schlimm für den Stromertrag. Umgekehrt gilt: es gibt harmlos aussehende Verschmutzungen, die bei bestimmten Wetterlagen sehr starke Verluste zur Folge haben. Wie ist all das zu erklären...???

Das Photovoltaikmodul ist wie der Scheinwerfer vom R4

Ich gehöre noch zu der Generation, die im R4 und VW Käfer unterwegs war. Wenn bei der damaligen Beleuchtungstechnik der Autoscheinwerfer verschmutzt war, hatte man beim Fernlicht zwar keinerlei Einschränkung, aber das Abblendlicht war nur noch eine "trübe Funzel". Sie erinnern sich?
Prinzipiell verhält es sich mit Verschmutzung auf dem Photovoltaik-Modul vergleichbar. Die starke Sommersonne durchdringt so manche Schmutzschicht. Bei aufgelockerter Bewölkung, oder diffusem Licht reduziert der Schmutz die Lichteinstrahlung überdurchschnittlich. Im Jahr 2013 hatten die PV-Besitzer mit verschmutzten Modulen deutliche Verluste.

Doch ganz so einfach ist es trotzdem nicht. Psychologisch wirkt dunkle Verschmutzung auf uns beeindruckender, als helle. Es gibt aber auch helle Verschmutzung, die nicht nur Licht filtriert, sondern zusätzlich noch reflektiert. Dies haben wir an Standorten mit geschotterter Wegbefestigung, wenn das Material einen hohen kristallinen Anteil hat. Folglich kann es sein, dass die PV-Module im trockenen Zustand ein bisschen staubig aussehen, in Wirklichkeit aber selbst bei Starklicht empfindliche Verluste einfahren.

Andere Einschätzung je nach Dachneigung, Lichteinfall und Betrachtungswinkel

Möchte man seine Photovoltaikanlage einer Sichtprüfung unterziehen, um den Verschmutzungsgrad festzustellen seien Sie sich bitte darüber im Klaren, dass je nach Standort die Module sauber, oder schmutzig aussehen können. Das Verhältnis von Dachneigung, Lichteinfall und Betrachtungswinkel entscheidet darüber, ob wir diese Wirklichkeiten sehen können oder nicht!

Unsere Kunden bekommen von uns genau erklärt, wie man eine vernünftige Reinigungsprobe selbst machen kann. Man hat dann eine realistische Einschätzung, ob eine Reinigung erforderlich ist - ohne dass bei der Putzprobe Verkratzungen auf dem Glas zurückbleiben. Wenn Sie das interessiert, rufen Sie uns bitte einfach an.

Zuletzt möchte ich daran erinnern, dass es fatal wäre das Thema "Verschmutzung von PV Modulen" lediglich auf Ertragsverluste zu reduzieren. Wirkt Verschmutzung zu lange in Glas ein, können irreversible Färbungen (Glaskorrosion) zurückbleiben. Dickere Verschmutzung lässt die Solarzelle partiell Überhitzen - Sie fördern so die Entstehung von Hot Spots. Und wenn man pflanzliches Wachstum in den Modulrahmen zur Verschmutzung rechnet? Da finden Sie Antworten in unseren FAQs.

Anstiftung zur Unterlassung von Hilfeleistung

Im vorliegenden Fallbeispiel (Bildreihe oben) haben wir die typischen Verschmutzungen eines landwirtschaftlichen Betriebs mit Tierhaltung. Landläufig liest man immer noch in den Foren, oder den Hilfeseiten von Elektrobetrieben, dass Photovoltaik Anlagen über +/- 30° Dachneigung keinerlei Reinigung brauchen. Das ist ebenso fatal, wie "Anstiftung zur Unterlassung von Hilfeleistung".
Dieses Dach hat 45° und wird alle 12-18 Monate gereinigt. Am Anfang hatte es noch einen schwarzen stark haftenden Belag, insbesondere im rechten Bereich über dem Misthaufen. Mittlerweile hat sich nach der 3. Reinigung in Folge die Oberflächenneutralität mit Solarbutzwasser eingestellt. Die Schmutzanhaftung hat sich traumhaft reduziert. Ein sehr schönes Reinigungsergebnis.
Solarreinigung hat 4.9 von 5 Sterne | 155 Bewertungen auf ProvenExpert.com