Kann eine Photovoltaikreinigung zur Wirtschaftlichkeit positiv beitragen?

Wann ist es finanziell am besten zu reinigen?

Wenn Sie eine Photovoltaik Reinigung in Betracht ziehen, dürfen mögliche Ertragseinbußen niemals die einzige Entscheidungsgrundlage sein.

Ob eine PV Reinigung wirtschaftlich sinnvoll ist, muss differenziert betrachtet werden. Das alte Denken, dass "die Ertragseinbußen der Photovoltaikanlage höher sein müssen, als die Kosten für die PV Reinigung" ist realistisch betrachtet unwirtschaftlich. Eine zu spät gereinigte Photovoltaikanlage kann die Gesamtrentabilität durch einen verzögerten, aber um so kostenintensiveren Service- und Reparaturaufwand gefährden. Langjährige Verschmutzung und das Wachstum von Algen, Flechten und Moos verursacht Modulschäden und verstärkt die Materialermüdung. Lesen Sie hier den themenverwandten Fachbeitrag über " präventive Maßnahmen zur Verlängerung der Nutzungsdauer von Photovoltaikanlagen".

Kriterien die eine Solarreinigung wirtschaftlich erforderlich machen

1. Ertragsverluste und Degradation der Gläser vermeiden

Eine Photovoltaikanlage reinigen zu lassen ist sinnvoll, wenn die PV Anlage verschmutzt ist. Zunächst völlig unabhängig von der Höhe der Ertragsverluste. Stammen die Verschmutzungen nämlich von Abgasen aus Verbrennungsprozessen (Heizungsanlagen, Industrie oder Strassenverkehr) sind diese chemisch reaktiv und schädigen die Glasgüte im Laufe der Zeit irreversibel.

2. Waferschäden vorbeugen

Einzelne, haftende Verschmutzungen, oder partiell-flächiger Schmutz erzeugt auf dem darunterliegenden stromerzeugenden Wafer eine Abschattung. Dies kann eine Entstehung von Hotspots initialisieren. Unter dem Schmutz wird die Zelle nachweislich heißer. Die PV-Module der verschiedenen Hersteller sind unterschiedlich anfällig für das Phänomen Hot-Spot-Bildung.

3. Rahmenschäden und Delamination vorbeugen

Pflanzliches Wachstum, wie Flechten, Moose und Pilze müssen rechtzeitig aus den Modulrahmen entfernt werden. Nicht durch Wegraspeln mit rotierenden Bürsten, sondern durch nachhaltiges Freischwemmen. Andernfalls wird das Wachstum durch pures Abreissen eher noch forciert. Intensives Pflanzenwachstum im Schlitz zwischen Solarglas und Rahmen, kann bis zum Aufbiegen und Verwinden der Modulrahmen führen. Auch Randdelamination ist eine Folge von unkontrolliertem Pflanzenwachstum.

4. Hier macht die PV Reinigung keinen Sinn

Hat man keine Flechten und lediglich leichte Umgebungsstäube oder Blütenstaub auf den Solarmodulen kann man sich die Reinigung getrost "sparen". Das sind Verschmutzungen, die keine Ertragsverluste generieren und chemisch-physikalisch neutral sind. Im Laufe der Jahre werden sich dann auch Reste dieser Stäube zu einer handfesten Verschmutzung aufbauen. Der Verschmutzungsgrad lässt sich sehr einfach nach einem einem starken Regenschauer auf den abgetrockneten Modulen kontrollieren. Durch Beobachtung lässt sich "der richtige Reinigungszeitpunkt" finden.

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Ein Fallbeispiel

Auf einer Maschinenhalle, am Rande eines landwirtschaftlichen Anwesens, wurde der langsame Aufbau der Solarverschmutzung über Jahre hinweg beobachtet. Als die Verluste durch Verschmutzung nachweislich den Schwellenwert der Reinigungskosten überschritten haben, wurde die PV Reinigung von der Eigentümergemeinschaft beauftragt.

Hinweis:
Möchte man eine reale Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellen, müsste man die schleichenden Ertragsverluste der letzten Jahre ebenfalls berücksichtigen. Der Cross-Profit bei den Reinigungskosten entsteht nicht erst am Schwellenwert, wenn die Stromverluste die Reinigungskosten überschreiten. Eine verantwortungsvolle Bewertung addiert die akkumulierten Verluste zum heutigen Zeitpunkt.

Ergebnis:
Trotz langjähriger Verschmutzung gelang es die Schmutzauflagerung rückstandfrei zu entfernen. Es konnte keine Veränderung im Glas festgestellt werden. Allerdings wurden erhebliche Mengen an pflanzlichem Material aus den Modulrahmen geschwemmt. Dieser Pflanzentypus wuchs zuerst nach innen und war deshalb vor der Reinigung kaum sichtbar gewesen. Der Aufwuchs konnte auf Sicht komplett entfernt werden. "Aus der Erfahrung unserer Fallstudien" ist uns jedoch sehr wohl bewußt, dass in so einem Fall intensiven Aufwuchs eine real restlose Entfernung bei einer Erstreinigung kaum möglich ist.

Fazit:
So konnten wir die Reinigungsarbeiten zwar mit einem sehr schönen Ergebnis abschließen. Ein Wermutstropfen blieb dennoch:
durch eine Reduktion der Kalkulation von Reinigungskosten zu Ertragsverlusten wurde die Photovoltaikreinigung sehr lange hinausgezögert. Es ist gücklicherweise kein Schaden eingetreten. Bis das tiefliegende Pflanzenwachstum ausreichend entfernt muss zur weiteren Prävention dennoch mit unnötig verkürzten Reinigungsintervallen gerechnet werden. "Bei einer rechtzeitigen Beauftragung der Reinigungsarbeiten" wären die Gesamtkosten auf die Laufzeit gerechnet deutlich geringer ausgefallen.

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Eine Betrachtung der Wirtschaftlichkeit von Reinigungsarbeiten an Photovoltaikanlagen.
Der Cross-Profit einer rechtzeitigen, fachmännischen Solarreinigung.

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