Photovoltaik am landwirtschaftlichen Betrieb

Nutztierhaltung

Die großen Dachflächen am landwirtschaftlichen Betrieb laden dazu ein möglichst viele Gebäude mit Photovoltaikanlagen zu bestücken. Andererseits muß man einfach bedenken, dass gerade in der Landwirtschaft ein großes Schmutzaufkommen auch Probleme verursachen kann. Deshalb sind auch die PV-Anlagen, die nicht unmittelbar auf dem Stall installiert sind, regelmäßig zu reinigen. Die Reinigungsintervalle legt am besten der Fachbetrieb für Solarreinigung nach fachlichem Ermessen bedarfsgerecht fest.

Am stärksten betroffen sind Betriebe mit Schweinehaltung. Dort muß der Eigentümer von Anfang das Wachsen von Flechten auf der PV-Anlage im Blick haben. Wir beobachten generell auf allen Betrieben mit Schweinehaltung, unabhängig von der Fütterung, ein exorbitantes Flechtenwachstum. Die Rahmenschlitze der PV-Module sind deshalb gleich von Anfang gut auszuschwemmen, um die Ansiedelung von Flechten und Moos zu verhindern. Man darf nicht vergessen, die Flechte ist eine Überlebenskünstlerin und sie bekommt am landwirtschaftlichen Betrieb 24 std. am Tag Nahrung aus der Luft.

Schweinestall und Hackschnitzelanlage

Im aktuellen Fallbeispiel reinigen wir die PV Anlagen an einem landwirtschaftlichen Familienbetrieb mit Schweinemast. Die Photovoltaik Teilflächen sind sämtlich von den Emissionen der Schweinehaltung betroffen. Hinzu kommen dann noch die Emissionen der Hackschnitzelheizung bei der einen PV, oder das Getreide brechen bei der anderen Anlage.

In der oberen Bildreihe wird die Photovoltaik auf der Hackschnitzelanlage gereinigt. Hackschnitzel produzieren häufig Schwelgase. Stehen die Gebäude eng zusammen, können die Rauchgase nicht gut abziehen. Kann der Wind bauseits nur wenig um die Dächer streichen, verbleiben die Emissionen vermehrt auf den PV-Modulen. Hackschnitzel Anlagen bedeuten immer, dass man chemisch-reaktive Verschmutzung hat, die nicht zu lange auf dem Solarglas verbleiben darf und sie sind Nahrung für bestimmte Flechtenarten. Die PV war stark belegt und ordentlich mit Flechten bewachsen. Sie konnte mit hervorragenden Ergebnissen gereinigt werden.

Photovoltaikanlage mit Kamin am landwirtschaftlichen Betrieb.
Flechten auf Fotovoltaikmodul am landwirtschaftlichen Betrieb.
gereinigte Photovoltaikanlage neben Hackschnitzelheizung am landwirtschaftlichen Betrieb.
gereinigte fotovoltaikanlage am Hackschnitzelkamin

landwirtschaftlicher Betrieb: Getreidehalle

Auf der Getreidehalle des landwirtschaftlichen Betriebs wurde die Hauptfläche installiert. Das Gebäude ist freistehend, ohne direkten Einfluß der Stallungen und dennoch zeigt sie das typische Verschmutzungsbild der Schweinehaltung. Nach 4 Jahren Nutzungsdauer ist die Solarreinigung auch hier tatsächlich überfällig. Die normale Grundreinigung reicht gar nicht aus – es muß immer wieder nachgearbeitet werden, weil sich die Schmutzmixtur bereits fest mit dem Glas verbunden hat.

Es ist durch die Verschmutzung zwar kein Schaden eingetreten, doch auf Dauer würde sich die Glasqualität durch den hartnäckigen Schmutz verschlechtern. Deshalb muss die Reinigung der Photovoltaikanlagen zukünftig in bedarfsgerechten Abständen erfolgen.

teilgereinigte PV Anlage auf Getreidehalle eines landwirtschaftlichen Betriebs.
Solarreinigung vom Gerüst aus auf landwirtschaftlichem Betrieb.
teilgereinigte PV Fläche auf landwirtschaftlichem Betrieb.
im Morgenlicht glänzende, fachgerecht gereinigte PV Anlage auf landwirtschaftlichem Betrieb.

landwirtschaftlicher Betrieb: Maschinenhalle neben Schweinestall

Jüngste der Photovoltaikanlagen ist auf einer der Maschinenhallen errichtet. Sie ist von allen noch am wenigsten verschmutzt, aber die Flechten hatten in den Modulrahmen bereits Fuß gefasst. Hier lässt sich gut erkennen, dass man bei einer PV-Reinigung nicht nur auf die Ertragsverbesserung achten darf, sondern auch die Schadensprävention und den Werterhalt bewerten sollte. Zum Reinigungszeitpunkt gelang es tatsächlich noch die Flechten aus den Rahmen zu bekommen.

Würde man an diesem Standort noch zwei weitere Jahre mit der Modulreinigung abwarten, wären die Flechten bis in die hinterste Ritze der Modulrahmen gewandert. Dann kann jederzeit die Delaminierung der Module einsetzen. Etliche landwirtschaftliche Betriebe warten bis die Module so stark verschmutzt sind, dass man durch die Solarreinigung wieder einen ordentlichen Gewinn einfährt. Das ist betriebswirtschaftlich fragwürdig, weil man nicht nur die diesjährigen Verluste rechnen darf, sondern auch die verlorenen Kilowattstunden der Vorjahre. Darüberhinaus steigt mit wachsender Verschmutzung das Risiko für Materialermüdung, Korrosion und Modulschäden.

Nach der Solarreinigung waren die Module wieder neuwertig und man kann jetzt die nächste Reinigungswiederholung bedarfsgerecht einschätzen. An jedem Gewerbestandort, aber besonders am landwirtschaftlichen Betrieb braucht es eine erhöhte Aufmerksamkeit auf den Verschmutzungsgrad, um die Langlebigkeit der PV-Anlage zu erhalten.

mit Flechten bewachsene Rahmennut eines Photovoltaikmoduls am landwirtschaftlichen Betrieb
teilgereinigte Photovoltaikanlage auf einer Maschinenhalle eines landwirtschaftlichen Betriebs