Reinigungsbürsten – eine Wissenschaft für sich

Reinigungsbürsten sind ein Experten-Thema, dem in der Reinigung von Photovoltaikanlagen viel zu wenig Aufmerksamkeit gegeben wird. Die Einzelkomponenten einer Reinigungsbürste entscheiden in der Summe über das Reinigungsergebnis, aber auch über das Risiko von Bearbeitungsschäden.

Die einzelnen Bestandteile einer Reinigungsbürste müssen auf die Verschmutzung und das zu reinigende Material möglichst gut abgestimmt sein. Die Veränderung einzelner Komponenten kann die Eigenschaften der Reinigungsbürste komplett verändern. Somit sind das Fasermaterial, dessen Faserlänge, die Anordnung der Faserbündel auf dem Bürstenkorpus, deren Hitzebeständigkeit, Stehvermögen, Wasseraufnahmevermögen, und das Gesamtgewicht nicht beliebig.

In der Photovoltaikreinigung gibt es keine zugelassenen Reinigungsbürsten

Nachdem es für die Reinigung von thermisch vorgespanntem Glas auf absehbare Zeit keine Norm geben wird, darf grundsätzlich mit jeder Bürste auf Solarglas geschrubbt werden. Theoretisch darf der Glasreiniger die Photovoltaikmodule sogar mit einem Stallbesen bearbeiten, er darf lediglich keine nachweisbaren Bearbeitungsschäden verursachen. Aufgrund fehlender Norm hat kein Gerätehersteller überhaupt eine Möglichkeit für seine Reinigungsbürsten eine Prüfung und Zulassung zu erwirken. Jeder Dienstleister steht also alleine und voll umfänglich in der Haftung für seine Reinigungsergebnisse. In der Ökologischen Solarreinigung haben wir deshalb der Auswahl von schadensfreien Reinigungsbürste besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Solarglas ist verkratzungsempfindlich

Das größte Manko in der Reinigung von Photovoltaikmodulen ist die Tatsache, dass man nie mit Bestimmtheit sagen kann, welche Materialeigenschaften das Glas aufweist. In den Produktdatenblättern findet man so gut wie nie Herstellerangaben, welcher Glastyp verbaut ist, ob eine Beschichtung auf dem Glas aufgebracht ist und mit welchem Verfahren. Die meisten Hersteller von thermisch vorgespanntem Solarglas versehen ihre Produkte noch nicht einmal mit dem nach DIN-Norm vorgeschriebenen Warnhinweis in Form eines Ätzstempels. Weil die Modulhersteller das Thema PV-Reinigung ja von Anfang an ignoriert haben, sind die wenigen Reinigungsempfehlungen fachlich unhaltbar und widersprüchlich.

Folglich muss man als Solarreiniger immer vom schlimmsten Fall ausgehen:

  • verkratzungsempfindliches Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG, TVG)
  • Glasstärke kleiner 4mm
  • gealterte Antireflexbeschichtung mit Plasmaverfahren
  • Wafer mit Anfälligkeit für Mikrorisse

Wenn man seine Reinigungsmethode grundsätzlich auf diesen Modultyp auslegt, kann man alle Photovoltaikanlagen schadensfrei reinigen.

Reinigungsbürsten in der Ökologischen Solarreinigung

In der Ökologischen Solarreinigung haben wir unser Reinigungsgerät auf diese Modulsituation ausgelegt. Für verschiedene Verschmutzungsarten verwenden wir noch differenziert ausgearbeitete Bürstenköpfe. Diese unterscheiden sich nicht nur durch den Faserbesatz, sondern auch in Gewicht und Arbeitsbreite. Unsere Bürsten sind so geschnitten, dass bei der verwendeten Wassermenge nie der Wasserfilm reisst und nur im Wasser gelöster Schmutz mechanisch bewegt wird. In der Ökologischen Solarreinigung verwenden wir folgerichtig keine rotierenden Bürsten.

Diese Aspekte sind besonders für die schadensfreie Reinigung stark verschmutzter Photovoltaik-Anlagen entscheidend. Denn hier ist das Verkratzungsrisiko besonders hoch. Sind mikrofeine Kratzer im Solarglas entstanden, reduziert Streulicht den Stromertrag und die Nachverschmutzung hält sich schnell und hartnäckig fest. Sind ausreichend Kratzer in thermisch vorgespanntem Glas, reduziert sich obendrein die Drucklastbeständigkeit bei Sturm, Hagel und Schnee.

Die Ökologische Solarreinigung verwendet handgeführte Reinigungsbürsten.
Therisch vorgespanntes Glas und gewerbliche Verschmutzung erfordern besonderen Sachverstand.
Die Reinigungsbürste muss verklebte Mehrfachverschmutzung schadensfrei entfernen.
Die schadensfreie Reinigungsbürste ist ein wichtiger Baustein für nachhaltige Reinigungsergebnisse.

Aktuelles Fallbeispiel

Das vorliegende Fallbeispiel ist ein klassischer Vertreter so einer prekären Reinigungssituation. Das Werkstattgebäude ist unmittelbar neben einem Kaltluftstall in Windrichtung gebaut, der Hof ist geschottert. Die Stäube vom Schotter und der Landwirtschaft, die Abgase vom Gewerbebetrieb, und die klebrige ammoniakhaltige Stalluft verkleben auf dem Solarglas zu einer heiklen Mischung. Der klebrige Schmutzaufbau muss gelöst und die scharfkantigen Stäube verkratzungsfrei abgeschwemmt werden.

Mit regelmäßigen, bedarfsgerechten Pflegereinigungen haben wir die Nachverschmutzung deutlich reduziert. Moos und Flechten sind restlos entfernt. Der Gesamtzustand der PV Anlage ist durch die schadensfreie Solarreinigung und eine tournusgemäße technische Wartung optimal.

Weitere Informationen zu Reinigungsbürsten finden Sie in unserer Rubrik „die 26 häufigsten Fragen in der Solarreinigung“.